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Sollen wir Fleisch essen? Pro und Contra zum Thema Fleischkonsum

Seit rund 2,5 Millionen Jahren steht Fleisch auf dem Speiseplan des Menschen und seiner Vorfahren. War der Fleischverzehr in der damaligen Zeit aufgrund der vorherrschenden klimatischen Bedingungen noch überlebenswichtig, entbrennen heute heiße Diskussionen darüber, ob er sich nicht vermeiden ließe.

Fleischkonsum ist ein hochkomplexes, emotional aufgeladenes Thema, bei dem es ebenso viele Argumente dafür wie dagegen gibt.

Argumente für den Fleischverzehr

Neben Wasser braucht der menschliche Körper zum Überleben Kohlenhydrate, Fette und Proteine. Fleisch liefert den Großteil davon. Es ist reich an Eiweiß und weist ein für den Menschen ideales Aminosäurenprofil auf. Zudem enthält Fleisch viele Mikronährstoffe und die Vitamine B1, B6 und B12 und ermöglicht damit eine effektive Nährstoffversorgung. Das allein mit pflanzlichen Mitteln zu erreichen ist deutlich aufwendiger und weniger effizient.

Natürlich macht sich kaum jemand beim Fleischverzehr Gedanken über die Inhaltsstoffe. Die meisten sehen das Fleisch Essen als sinnlichen Genuss. Vor allem gebratenes oder gegrilltes Fleisch riecht und schmeckt einfach gut. Außerdem lässt sich Fleisch unkompliziert zubereiten. Niemand muss an einem Kochkurs teilnehmen, um ein Wurstbrot zu belegen oder ein leckeres Schnitzel zu braten. Damit besitzt Fleisch alle wichtigen Eigenschaften, um schnell und wohlschmeckend den Hunger zu stillen.

Wer sich beim Fleisch Essen auf Produkte aus korrekter Tierhaltung, beispielsweise aus der Weidehaltung von Rindern, beschränkt, kann damit einen kleinen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Bei sorgfältigem Weidemanagement wird durch die Rinderhaltung Kohlenstoffdioxid im Boden gebunden. Zudem wird das Land im richtigen Maß gedüngt und dadurch fruchtbarer. Wichtig dabei ist allerdings, dass die Anzahl der Tiere zur Größe der Weide passt.

Wiederkäuer - wie Rinder und Schafe - können darüber hinaus, das für den Menschen ungenießbare Gras, in hochwertige Lebensmittel umwandeln.

Limousin Rind

Rinder wandeln für den Menschen ungenießbares Gras in Fleisch und Milch um.

Argumente gegen den Fleischverzehr

Der wichtigste Grund, über den Verzicht auf Fleisch nachzudenken, ist die industrielle Tierhaltung. Oft leben die Tiere dicht gedrängt auf engstem Raum, werden falsch gefüttert und über lange Strecken transportiert. Nicht selten sterben sie schon vor der Schlachtung einen schmerzhaften Tod. Wer Fleisch aus industrieller Produktion konsumiert, unterstützt das aktiv.

Bei der Fleischproduktion in Massentierhaltung werden riesige Mengen Getreide und Soja verfüttert. Deren Anbau erfolgt im industriellen Rahmen in Monokulturen. Um die Flächen dafür zu gewinnen, werden ganze Ökosysteme zerstört. Gleichzeitig bieten die einseitigen Anbauformen selbst kaum eine Lebensgrundlage für andere Organismen und mindern die Bodenfruchtbarkeit. Außerdem entstehen durch die intensive Tierhaltung Unmengen an Flüssigmist, der ebenfalls Ökosysteme belastet.

Der Ressourcenverbrauch für die Fleischproduktion ist enorm. Dies schadet nicht nur unseren Planeten, sondern fördert auch den Hunger auf der Welt. Getreide das als Tierfutter eingesetzt wird, könnte viel effizienter auch als Nahrung für Menschen eingesetzt werden.

Häufig enthält Fleisch aus industrieller Tierhaltung Antibiotika- und andere Medikamentenrückstände. Dadurch können sich Antibiotikaresistenzen verbreiten und Toxine im Körper anreichern.

Auch ein übermäßiger Fleischgenuss ist der Gesundheit abträglich. Je mehr Fleisch auf den Tisch kommt, desto weniger Obst und Gemüse wird gegessen. Deren vorteilhafte Wirkungen fehlen im Stoffwechsel.

Babys Fleisch

Fleisch aus artgerechter Haltung bekommt man bei Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern.

Fazit: Wenn Fleisch, dann aus artgerechter Tierhaltung

Bei allen positiven Eigenschaften, die Fleisch zweifellos besitzt, darfst Du die Zustände in der industriellen Massentierhaltung und den Ressourcenverbrauch für die Fleischproduktion nicht außer Acht lassen.

Wenn Du Fleisch isst, solltest Du Dir Deiner Verantwortung den Tieren und der Umwelt gegenüber bewusst sein und Dich entsprechend verhalten. Kaufst Du statt Billigfleisch aus der Massenproduktion hochwertiges Fleisch aus Weidehaltung, spricht wenig dagegen, Dir hin und wieder ein saftiges Steak oder einen Braten zu gönnen.

Wir von nahgenuss haben uns das Ziel gesetzt Fleisch wieder zu einem besonderen Produkt zu machen.

Auf nahgenuss findest du Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern die Fleisch aus artgerechter Tierhaltung anbieten. Mit deinem Einkauf direkt bei den Bauern förderst du nicht nur das Tierwohl und unsere Ökosysteme, sondern unterstützt durch den Direktkauf auch familiengeführte, biologische Bauernhöfe.

Überzeuge dich selbst: Hier gehts zu den Bio-Bauernhöfen auf nahgenuss!

Kommentare (4)

Fatma Bay

11. Februar 2022 um 15:18

Vielen Dank! War für eine Ethik- Präsentation nötig und war perfekt! Danke

emma

13. März 2022 um 15:48

danke, hat mir echt geholfen wegen meiner baldigen Debatte. voll cool beschrieben. nur noch ein paar mehrere pro Argumente wäre cool.

Ella

18. April 2022 um 15:33

Hat mir sehr geholfen super! Doch meiner Meinung nach gibt es absolut KEINE Argumente für Fleisch

Sebastian Zehetbauer

9. Mai 2022 um 09:01

Wer sich beim Fleisch Essen auf Produkte aus korrekter Tierhaltung, beispielsweise aus der Weidehaltung von Rindern, beschränkt, kann damit einen kleinen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Bei sorgfältigem Weidemanagement wird durch die Rinderhaltung Kohlenstoffdioxid im Boden gebunden. Zudem wird das Land im richtigen Maß gedüngt und dadurch fruchtbarer. Wichtig dabei ist allerdings, dass die Anzahl der Tiere zur Größe der Weide passt. Leider ist es nicht richtig, dass man durch den Konsum von Fleisch aus artgerechter Haltung einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz schafft. Fleischessen ist heute zum Überleben nicht mehr wichtig. Man kann sehr gut ohne Fleisch leben ohne auf Genuss zu verzichten. Fleisch hat einen wie Sie richtig gesagt haben enormen Flächenverbrauch. Für ein Kilogramm Rindfleisch braucht man etwa 6 Kilogramm Soja, viele Liter Wasser, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel. All diese Ressourcen lassen sich aber auch direkt nutzen. Dabei hat man nur einen geringen Flächenverbrauch und einen geringen Wasserverbrauch. Es gibt nur sehr wenige landwirtschaftliche Flächen, welche sich nur als Weideflächen eignen würden. Gesamt gerechnet hat Biofleisch einen 4-10 fach höheren Energie- und Resscourcenbedarf für Biofleisch als für die direkte Nutzung von Biosojaprodukten vergleichsweise. Ethisch gesehen ist Fleisch aus artgerechter Haltung etwas besser als aus Massentierhaltung. Der Ressorcenverbrauch und der Flächenverbrauch sind jedoch eher höher. Am Ende stirbt das Tier und das ist im 21. JH nicht notwendig. Aus der niederländischen Klimastudie zu Klimaschadenskosten der Zukunft geht klar hervor, dass 50% der zukünftigen Klimaschadenskosten durch vegetarische Ernährung eingespart werden könnten.

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