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Wie werden Rinder gefüttert?

Rinder gehören wie Schafe und Ziegen zu den Wiederkäuern. Ausgewachsene Rinder benötigen pro Tag etwa 16 bis 20 Kilogramm Futter sowie mit etwa 80 Litern sehr viel frisches Trinkwasser.

Beide Faktoren wirken sich darauf aus, wie Rinder optimal gefüttert werden sollten und habe auch Auswirkungen auf die Qualität von Milch und Rindfleisch.

Futtermenge und Trinkwasserbedarf

Die Kilogramm-Angaben zum Rinder Futter beziehen sich auf die Trockenmasse, also ohne in der Nahrung enthaltenes Wasser. Bei Weidehaltung bedeutet das, dass ein Rind täglich etwa 50 Kilogramm saftig frisches Gras, Klee und Kräuter vertilgt. Werden Rinder über den Winter im Stall gehalten, sollten sie vor allem mit Futter versorgt werden, das viele Rohfasern enthält, beispielsweise Heu.

In der intensiven Viehwirtschaft mit einer auf Leistung getrimmten Mast und Milchviehhaltung bekommen Rinder außerdem viel Kraftfutter in Form von bestimmten Pellets und Getreide. Letzteres ist zwar ein wichtiger Energielieferant, beeinträchtigt aber insgesamt die wichtige Tätigkeit des Wiederkauens.

In Bio-Betrieben darf die Kraftfuttermenge im Jahresdurchschnitt maximal 15 % betragen. Der Anteil an Raufutter muss pro Tagesration mindestens 60 % ausmachen. Hierbei ist es wichtig, dass das Grundfutter aus möglichst artenreichen Pflanzenbeständen kommt.

Parallel dazu ist bei einem Bedarf von 80 Litern pro Rind und Tag ein ständiger Zugang zu Trinkwasser erforderlich. Tränksysteme sollten deshalb täglich auf ausreichende Vorräte oder funktionierenden Nachlauf kontrolliert werden. Zudem müssen sie, da die Tiere Saugtrinker sind, ein ausreichend tiefes Eintauchen des Rindermaules gewährleisten.

Rind mit Horn

In der Bio-Haltung gibt es strenge Regeln für das Futter von Rindern. Hier die Aubrac Rinder vom Grünen Kreis.

Ein ganz spezieller Verdauungsapparat

Die besondere Anatomie der Speiseröhre und der mehrteilige Magen von Rindern ermöglicht es den Tieren, in sehr kurzer Zeit ziemlich viel Futter aufzunehmen, das dann später in Ruhe verdaut wird. Zunächst wird die pflanzliche Nahrung nur kurz gekaut und heruntergeschluckt. Im Pansen oder Vormagen tragen Bakterien dazu bei, das Futter zu zerkleinern und aufzuschließen. Anschließend wandert es in kleinen Portionen in den Netzmagen, wo eine weitere Vorverdauung erfolgt.

Durch Aufstoßen befördert das Rind den Brei wieder ins Maul, speichelt ihn ein und zerkaut ihn gründlich. Nun gelangt er durch die so genannte Schlundrinne der Speiseröhre erst in den Blätter-, dann in den Labmagen. Hier findet am Ende die körpereigene, endgültige Verdauung durch Enzyme statt.

Mit dieser speziellen Methode der Futteraufbereitung können Rinder auch schwer verdauliche Pflanzennahrung maximal ausnutzen und damit ihren Stoffwechselbedarf decken.

Rinder Futter

Bei der Hofmanufaktur werden die Angus Rinder (genetisch hornlos) rein mit Gras gefüttert.

Die Fütterung von Bio-Rindern

Manchmal wird Rindfleisch als Erzeugnis von "grasgefütterten" (grass-fed) Tieren angeboten. Das bedeutet, dass die Rinder ohne den Einsatz von Kraftfutter gefüttert werden. 

Bio-Bauern füttern ihre Rinder mit möglichst viel ökologisch erzeugten Gras, Heu und vielfältigem Grundfutter - manche Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern verzichten auch auf jegliches Kraftfutter.  Der Einsatz von Kraftfutter ist streng limitiert. Außerdem wird Bio-Rindfleisch neben dem Futter noch durch andere Kriterien wie Tierschutz, Unterbringung, Weidemanagement, Medikamentenverbot etc. definiert.

Billiges Supermarkt-Rindfleisch stammt von Tieren, die rein leistungsorientiert und mit viel Kraftfutter gemästet wurden. Das spart zwar Geld und Zeit in der Mast, ist aber nicht eine artgerechte Fütterung.

Das Futter von Rindern wirkt sich unmittelbar auf das Wolhbefinden der Tiere und auf den Geschmack und die Qualität des Fleisches und der Milch aus.

Du solltest es einfach mal ausprobieren und bei unseren Partner Bio-Betrieben einkaufen. Entsprechende Adressen findest du hier auf unserer Webseite.

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