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Wie unterscheidet sich ein Naturwein von einem Bio-Wein?

Naturweine erfreuen sich seit einiger Zeit großer Beliebtheit. Es gibt bereits Bars, in denen nur Naturweine ausgeschenkt werden. Die Weine tragen pure Natur in sich. Wird das nicht eigentlich auch von Bio-Weinen erwartet? Sind beide Weine gleichzusetzen oder gibt es da wirklich Unterschiede? Und wie schmeckt ein Naturwein eigentlich? Hier findest du die Antworten auf die wichtigen Fragen.

Was macht einen Bio-Wein aus?

Ein Bio-Wein wird aus Weintrauben hergestellt, die nicht mit Pestiziden und chemisch-synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemittel behandelt sind. Das bedeutet, sie stammen aus kontrolliert ökologischem Anbau. Die Reben werden mit biologischem Kompost gedüngt und der Boden zwischen ihnen wird begrünt. Damit wird die Bildung von Humus angeregt, der die Reben mit Nährstoffen versorgt und einen gesunden Boden fördert.

Der Prozess der Weinherstellung selbst unterscheidet sich aber nicht so sehr von der Herstellung konventioneller Weine. Allerdings dürfen nicht alle Zusatzstoffe wie bei herkömmlichen Weinen eingesetzt werden. Aber es sind Zusatzstoffe erlaubt, zum Beispiel Stoffe, die den Geschmack beeinflussen - im Gegensatz zu Naturweinen, die so natürlich wie möglich hergestellt werden.

Ein Wein darf das Bio-Siegel nur erhalten, wenn das zugehörige Weingut offiziell zertifiziert und der Wein nach den Regeln der EU-Bioverordnung hergestellt wurde.

Video: Wein am Limit - Folge 462 - Ein Plädoyer für den Naturwein mit Christoph Raffelt

Was macht einen Naturwein aus?

Ein Naturwein ist ein Wein, der so rein und mit so wenig Eingriffen wie nur möglich hergestellt wird. Das heißt: handverlesen, ungeschwefelt, spontanvergoren (Vergärung mit den natürlich vorkommenden Hefen) und ungefiltert. Da er nicht gefiltert wird, ist er meist etwas trüb.

Naturweine sind aber keine ganz neue Erfindung, auch wenn sie ein neuer Trend zu sein scheinen. Die Naturweinherstellung ist im Grunde die traditionelle Methode für die Weingewinnung. Sie ist demnach schon mehrere Hundert Jahre alt. Viele junge Winzer besinnen sich auf die Natur und arbeiten mit ihr zusammen, um Naturweine herzustellen. Naturweinen wird nichts zugesetzt und auch nichts entnommen. Manche Winzer schwefeln den Wein zu einem sehr geringen Anteil. Das muss allerdings auf dem Etikett vermerkt sein. Wer als Naturweinhersteller etwas auf sich hält, schwefelt seinen Wein jedoch nicht.

Ein Naturwein unterliegt keiner strengen Verordnung wie der Bio-Wein. Aber ein Wein wird allgemein als Naturwein bezeichnet, wenn er nach den allgemeinen Regeln der Naturweinherstellung hergestellt wurde: gesunde Weintrauben, biologische Bewirtschaftung, keine Anreicherung, keine Zusätze, keine Filterung, natürliche Klärung und eine leichte Schwefelung, die jedoch aktuell umstritten ist.

Naturwein

Die Weine von Josef Totter werden im Holzfass und in der Tonamphore naturbelassen vinifiziert. Es wird zur Gänze auf jegliche Additive verzichtet, mit der Ausnahme einer kleinen Schwefelgabe vor der Flaschenfüllung.

Nicht jeder Bio-Wein ist ein Naturwein und nicht jeder Naturwein ist ein Bio-Wein

Viele Menschen glauben, dass Bio-Weine automatisch auch Naturweine sind. Das stimmt nicht, da rechtlich festgelegt ist, was ein Bio-Wein ist und was nicht. Nicht jeder Bio-Wein ist auch wirklich ein Naturwein, da Bio-Weine auch Zusätze enthalten dürfen. Aber ein Naturwein kann ein Bio-Wein sein und ein Bio-Wein kann ein Naturwein sein.

Naturweine, die das Prädikat "Bio" erhalten sollen, müssen dementsprechend zertifiziert sein. Ebenso das zugehörige Weingut. Bio-Weine, die gleichzeitig als Naturweine gelten, dürfen nicht gefiltert sein, dürfen keine Zusätze und Anreicherungen enthalten und müssen mit den natürlich vorkommenden Hefen vergärt werden.

Wie schmeckt ein Naturwein?

Da Naturwein ungeschwefelt bleibt oder nur einen sehr geringen Anteil an Schwefel enthält und ungefiltert ist, besitzt er ein Aroma, dass sich von herkömmlichen Weinen und Bio-Weinen unterscheidet. Er schmeckt oft nicht so fruchtig, sondern wilder und leicht erdig. Demnach besitzt er neben einem gewöhnungsbedürftigen Bukett einen besonderen Geschmack. Er hat den Ruf, einen verrückten, sehr speziellen Geschmack zu haben.

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Die Entscheidung, Naturweine zu vinifizieren, ist eine ethisch motivierte und grundsätzliche Haltung gegenüber der Umwelt, die stark mit uns Menschen verbunden ist. Die Weine und auch die Menschen, die sie herstellen, sind etwas Besonderes und verdienen Respekt, den du ihnen mit einem Direktkauf entgegenbringen kannst.

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